Impressionen von der ersten Woche
Vier Frauen, vier Männer
Holz, Heu, Gejät und widerständiger Farn
Gesang
von Huub Oosterhuis bis Mani Matter
Sommerliche Fülle
und Brot mit langer Teigführung
Genährt und gesegnet
Ein Segen bist du
Sylvia

Ostern ist das Fest der Überschreitung von Schwellen.
Die Pforten von Tod und Hölle sind zerbrochen,
das Tor zwischen Zeit und Ewigkeit offen.
Nur ein wenig die Augen öffnen,
mit dem Herzen glauben,
den Schritt über die Schwelle wagen –
und Auferstehung wird zum Schwellenereignis mitten im Leben.







4.2018/uw
singen und musizieren in

allen Variationen und Formationen

drinnen und draussen in der Natur

in wunderbarer Ambiente

beim Abschluss-Konzert
das war die“ora et musica“ – Woche 2017
sie bleibt den 17 Teilnehmenden in bester Erinnerung
zum Thema:

Glücklich seid ihr,
die ihr die kleinen Schritte wagt und
die Spannung zu den grossen Zielen aushaltet.
Ihr werdet durch den Mut zum Fragment,
den Weg zur Menschlichkeit finden.
„sowohl – als – auch“
Bilder aus dem Terra Vecchia- Alltag

ora
et
labora

geerdet
und
hoch in
der Luft

be-
schaulich
und
mit
Muskel-
kraft

gedeckter Tisch
für Mensch
und
Tier

Wetter
heiter
und
bedrohlich

Behausung
winterfest
und
saisonal

7.2017/ Ursula W.

Fang bei der Auferstehung an
beim leeren Grab
das Kreuz
Golgatha
das war gestern
jetzt ist alles anders
fang beim leeren Grab an
denn
die Evangelien sind zu lesen
wie hebräische Lettern
vom Ende her
Ora et labora bei wunderbarem Frühlingswetter


Znünipause an der warmen Sonne

Stimmungsbilder drinnen und draussen




4.2017/Ursula W.
Eine Woche im Schweigen 12.-19. März 2017


Sei still und erkenne, ich bin Gott
Sei still und erkenne, ich bin
Sei still und erkenne
Sei still
Sei Ps 46,10

Terra vecchia ist wie geschaffen für Tage des Schweigens. Die schöne, einfache Architektur der Kirche und der neuen casa convento ist die Grundlage. Wer auch nur ein wenig Sinn für Aesthetik hat, wird dieses Ambiente schätzen. Ich empfand es wie eine Hinführung zur Einfachheit in der Kontemplation und im Gebet. Und in der Art des Zusammenseins. Das Aeussere wirkt in den inneren Raum der Seele. Es ist eine Einheit, eine Stimmigkeit. Aber, und das war mir während dieser Schweigewoche wichtig, es ist keine Flucht (kein Abtauchen in eine Art von spirituellem Wellness). Das ritiro ist Teil des Dörfchens Terra vecchia. Und da wird gebaut, da steht ein Kran, da hört man gelegentlich einen Motor. Ich empfand diese Situation als heilsam. Arbeiten und Beten gehört seit je zum Konzept. Dahinter steckt die alte benediktinische Weisheit, dass beides zusammengehört. Darum haben wir auch in der Schweigewoche kleinere Umgebungsarbeiten erledigt. Und wer sich Zeit nimmt für Kontemplation, weiss, dass auch der Kampf dazugehört, der Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit was uns Roger Schutz immer wieder in Erinnerung gerufen hat.
Ich bin für diese Schweigewoche sehr dankbar und hoffe, dass nach uns noch viele diesen Ort fürs Schweigen und Beten entdecken.
Bruno D.



In Worten ist diese Stille dieser Woche nicht vollständig zu beschreiben.
Der Eindruck, dass STILLE eine passende Sprache ist für Gott und die Beziehung zu Ihr/Ihm, wird mir immer klarer.
Allein der Anblick der Berge machte mich wieder sprachlos und das Schweigen war soviel leichter.
(Wir kleine ‚Pioniergruppe‘ (Zitat eines TN) freuen uns schon auf die nächste Gelegenheit 2017/2018 an einer stillen Woche teilnehmen zu können. )
Die Impulse und die Begleitung von Lukas waren wunderbar.
Margret G


Gebet
mit hellem Tenor ins Dunkel gesungen
öffne meine Lippen
denn Liebe beginnt mit Singen
mit Schweigen
mit Beten
auch für die Schlepper
und die Kämpfer des IS
Kyrie Eleison
Geschenkt
ein Haus aus Stein
zu wärmen
die Hungernden
die da dürsten nach Gerechtigkeit
umsonst habt ihr bekommen
damit ihr nicht
vergeblich umarmt
eure Nächste
Gekonnt
knetet der Bäcker
geschmeidig emsig eins
ums andere
gib uns Brot
morgen noch heute
Brot des Lebens
Brot der Gnade
das ist mein Leib
Gesang
im Abendlicht
der Kälte abgetrotzt
und über die Schranken hinweg
dem Himmel zu
lieblich leise
lustvoll schwelgend
und wir sind frei
Alleluja
Gespräch
von Feinden
die zu lieben
umsonst du dich mühst
du sollst
und kannst
nicht jede Bibelstelle
in jedem Fall –
wo Worte versagen
fällt nur noch Finsternis ein
Gott
bleib bei uns
und
take me as I am
Gespielt
und in den Tag getanzt
im Decrescendo bis zum Segno
viermal wiederholt
oh Danny Boy mit Emma
und ja kein Ritardando
denn der Wind
der pfeift und streicht
und rast von selbst
in die Coda
Gedeckt
in schlichter Fülle
mehr als nur Manna
Zwiebeln und Knoblauch
viel Peperoni
Müesli für alle
und Kaffee für einen
der teilt –
Wein des Nachts
wo zwei oder drei
in deinem Namen
Amen
Ora et Musica 2016 / Sylvia
Aus allen Winkeln des Gemeinschaftshauses tönte es: allerlei Flöten, Klarinette, Geige, Cello, Gitarre, E-Piano, und darüber pfiff noch das Piccolo. Am Nachmittag geschah dies einzeln oder in individuellen Grüppchen, am Morgen aber vereint unter der engagierten Leitung von Sylvia. Da trafen dann Klezmer und Klassik, jiddische, irische und lateinamerikanische Melodien und Tänze aufeinander. Im ersten Teil des Morgens aber erarbeitete Bruno mit allen, kundig und stimulierend, vierstimmige Lieder und Gesänge, auch dies in schöner Vielfalt.
Wie im Sommer (Ora et labora) war unser Thema „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.“
Und so gaben wir das, was wir umsonst bekommen hatten – unsere musikalischen Fähigkeiten – mit Freude weiter, unseren Gästen (und uns selbst) am Abschlusskonzert am Samstagnachmittag.
Werdet Vorübergehende
(Variationen zu Mt 10, 9-10)
Schnitz dir einen Wanderstab
aber zimmere keine Dachbalken
Wozu eine Vorratstasche
Liebe empfängt man nicht aus Konserven
Hoffe auf frisches Brot unterwegs
Du darfst Sandalen tragen
aber lerne auch barfuss zu gehen
Zu viel Geld dabei beunruhigt
Sonne und Regen gibt es gratis
Nimm ein zweites Hemd mit
für das Fest und für das Grab
Andreas Knapp